Wie Ex-Novartis Chef Daniel Vasella eine Schinken-Niederlage erlitt

Den meisten Schweizerinnen und Schweizern dürfte Daniel Vasella primär als ehemaliger Novartis Chef in Erinnerung sein. Während seiner Zeit an der Spitze des Pharma-Riesen wurden vor allem seine hohen Manager-Saläre immer wieder öffentlich kontrovers diskutiert.

Daniel Vasella macht aber auch in anderen Bereichen Schlagzeilen. Seit seinem Rücktritt bei Novartis im Jahre 2013 war Vasella unter anderem als Farmer und Rinderzüchter in Uruguay tätig. 2018 liess er beim Schweizer Markenschutzamt die Marke «1901, Uruguay Black Angus» eintragen. Die Intention dahinter liegt auf der Hand: Unter der Marke mit dem geschützten Signet wollte Vasella Rindfleisch aus Uruguay vertreiben.

Ein spanisches Unternehmen schiesst dazwischen
Doch diese Pläne musste der ehemalige Manager begraben: Denn der spanische Charcuterie-¬Gigant Comapa machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung: Das Unternehmen aus Madrid führt unter anderem einen Serrano-Schinken der Marke «1901» im Sortiment. Wegen der sehr hohen Ähnlichkeit der beiden Marken legte die spanische Firma Widerspruch beim Schweizer Markenschutzamt ein, welches sich in der Folge mit dem Fall «1901 versus 1901» befassen musste. Und wie einem Beitrag der «Handelszeitung» zu entnehmen war, triumphierten die Spanier in dieser Markenschlacht.

Das Markenschutzamt stellte eine «starke Ähnlichkeit zwischen den Zeichen», fest. Darüber hinaus wurde war dem Entscheid zu entnehmen, dass der Verbraucher dazu veranlasst werden könne, die Zeichen miteinander in Verbindung zu bringen oder gar zu verwechseln. In der Folge wurde die Marke 1901 von Daniel Vasella gelöscht. Dennoch musste er sich nicht ganz von seinen Rindfleisch-Träumen verabschieden: Denn 2018 liess er auch die Marke «Cielo & Verde Uruguay Angus» schützen, die weiterhin aktiv ist.

Der Konflikt war absehbar und ebenso vermeidbar

Dass Daniel Vasella mit der Marke 1901 für seine Fleischerzeugnisse baden ging, überrascht François Cochard, Geschäftsführer der Markenregistrierung.ch GmbH, nicht. «Die Kollisionsgefahr war von Anfang an enorm hoch», betont der Experte. Leider zeige dieses Beispiel, was geschehen kann, wenn keine seriöse Markenrecherche im Vorfeld einer Registrierung vorgenommen wird. «Hätte man eine solche durchgeführt, wäre man sicherlich schnell auf den Schinken aus Spanien gestossen – und hätte von Anfang an einen anderen Weg einschlagen können.» Mit solchen Abklärungen lässt sich demnach viel Geld und Zeit einsparen.

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