New Point Zürich – Vom Aufstieg und Fall einer Marke

Aussenansicht New Point Zürich – Markenregistrierung Blog

Ein weiteres Beispiel, welch zentrale Rolle die Marke eines Unternehmens hat, ist die Kebab-Kette «New Point». Der erste New Point Laden an der Zürcher Langstrasse war Kult. 24-Stunden pro Tag geöffnet, war er insbesondere bei den Nachtschwärmern im Zürcher Ausgangsquartier eine heisse Adresse. Das New Point-Team war zu jeder Tageszeit ein Aufsteller für die Besucher und stets hoch motiviert. Ein Besuch macht deshalb stets viel Spass. Die Frage «Alles, mit scharf?» war fester Bestandteil jeder Bestellung und genauso Kult. Der Erfolg dieses Ladens war Grund für eine rasche Expansion. Innert kurzer Zeit entstanden 12 New Point Läden.

Der Tages-Anzeiger hat nun in einem Artikel über den Niedergang der Kebab-Kette «New Point» berichtet (18.9.18). Heute ist das Kebab-Imperium auf fünf Läden geschrumpft. Wie konnte das geschehen? Massive Fehler bei der Systematisierung und vor allem bei der Markenführung führten zu einem Kontrollverlust, der verheerende Folgen hatte.

Im Tagesanzeiger vom 18.9.18 ist dazu zu lesen:
«…die Faktoren, die New Point erfolgreich gemacht hatten, kennt der Firmengründer Erdogan Gökduman. «Wir kontrollierten die Qualität, produzierten viel selbst und hatten ein sehr motiviertes Team.» Der Kontrollverlust zeigte bald andere negative Auswirkungen. «Die Qualität stimmte bei den Partnern nicht mehr», sagt Gökduman. Und: «Grundabmachungen wurden nicht eingehalten.» Ein Filialleiter gab nach zwei Jahren auf. Ein anderer verpasste es, zu investieren – und schloss. Für die negativen Schlagzeilen, die der Kontrollabgabe folgten, fühlten sich die Gebrüder Gökduman nicht direkt verantwortlich. Den Schaden aber mussten sie selber tragen. Die einstige Idee, aus New Point einen immer gleich aussehenden «internationalen Treffpunkt» zu machen, verpuffte. «Die anderen haben unseren Namen beinahe kaputtgemacht», sagt Gökduman.»

Ein konkretes Beispiel, wie andere den Namen kaputtgemacht haben, war der Verkauf des Hauptgeschäftes an der Langstrasse. Erdogan Gökduman verkaufte nicht nur den Laden, sondern gab leichtfertigerweise auch den Namen her. Der neue Besitzer verkaufte somit unter der Marke «New Point» seine eigenen Kebabs, die qualitativ massiv schlechter waren, als die Original-New-Point-Kebabs. Das hatte den Effekt, dass viele Kunden nicht nur vom Laden an der Langstrasse, sondern von der Marke «New Point» enttäuscht waren und folglich alle «New Point» Läden mieden. Das Beispiel zeigt sehr deutlich, dass die Marke (Merke: Marke = Firmenname) für ein Unternehmen ein absolut zentraler Erfolgsfaktor ist. Die Kunden verbinden damit eine klare Erwartungshaltung, die über eine längere Zeit entstanden ist und die stets erfüllt oder gar übertroffen sein muss. Ist dies nicht mehr der Fall, nimmt die Marke Schaden und Kunden gehen verloren. Im Marketing gilt die Faustregel, dass ein enttäuschter Kunde zehn potentielle Kunden durch das Weitererzählen der schlechten Erfahrungen von einem Kauf abhält. Schaden entsteht also sehr schnell.

Aus dem Tagesanzeiger: «Heute läuft es wieder gut bei der Firma New Point. Für Gökduman kein Zufall, seien doch alle fünf Filialen in den Händen von ihm und seinen Brüdern.»

Der Markenschutz ist ein entscheidender Schritt, den Sie als Unternehmer/In machen sollten. Der Aufbau und die Pflege der Marke ist aber genauso entscheidend.

Gerne stehen wir für Fragen zum Markenschutz zur Verfügung:
044 370 20 00 oder info@markenregistrierung.ch

Und für den Markenaufbau und -führung empfehlen wir das Coaching von Markenmentor Francois Cochard: www.markenmentor.ch

 

Quelle, Tagesanzeiger vom 18.9.18:
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/aus-liebe-zum-fladenbrot-vom-aufstieg-und-fall-einer-marke/story/27025242